Absetzen von Arbeitszimmern bei mehreren Einkunftsarten

Wie kann ich mein Arbeitszimmer steuerlich absetzen?

Häusliche Arbeitszimmer sind nur absetzbar, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Ansonsten kann ein Arbeitszimmer nicht geltend gemacht werden.

 

Obergrenze Absetzen des Arbeitszimmers

Fällt das Arbeitszimmer in die genannte Bedingung, gilt, dass die abziehbaren Aufwendungen auf 1.250 Euro im Jahr begrenzt sind. Diese Beschränkung gilt nicht, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet.

 

Arbeitszimmer absetzen bei Selbstständigen und Nicht-Selbstständigen

Der Bundesfinanzhof hat am 24. April 2017 beschlossen, dass bei der Nutzung des Arbeitszimmers in den eigenen vier Wänden im Rahmen von mehreren Einkunftsarten nicht nach den zeitlichen Nutzungsanteilen in Teilhöchstbeträge aufzuteilen ist. Vor dem Bundesfinanzhof wurde über einen Fall entschieden, in dem nicht selbstständige Tätigkeiten und selbstständige Tätigkeiten vorlagen. Der Höchstbetrag kann auch dann durch die abzugsfähigen Aufwendungen in voller Höhe ausgeschöpft werden.

 

Beispiel: Steuererklärung Arbeitszimmer

Ein Beispiel: Ein Arbeitszimmer in der eigenen Wohnung wird von einem Steuerpflichtiger zeitlich zur Hälfte für eine nicht selbstständige Tätigkeit als Zweitarbeitsplatz und als Hauptarbeitsplatz zur anderen Hälfte für die selbstständige Tätigkeit genutzt. Da der Arbeitnehmer beim Arbeitgeber einen Arbeitsplatz für die nicht selbstständige Tätigkeit nutzt, sind die Kosten hierfür nicht abzugsfähig. Die Aufwendungen für das Arbeitszimmer liegen also bei 1.250 Euro im Jahr. Nach dem BFH muss der Steuerpflichtige in diesem Fall den Höchstbetrag nicht halbieren, sondern kann die Höchstsumme von 1.250 Euro ausnutzen.